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Mehr Vorfreude, mehr Druck Wie Sandra Auffarth aus Ganderkesee in ihre vierten Olympischen Spiele geht

Im Galopp durch das Gelände: Sandra Auffarth aus Ganderkesee reitet mit Viamant du Matz (hier beim CHIO in Aachen 2023) bei den Olympischen Spielen.
Olympia 2024

Im Galopp durch das Gelände: Sandra Auffarth aus Ganderkesee reitet mit Viamant du Matz (hier beim CHIO in Aachen 2023) bei den Olympischen Spielen.

DPA/Anspach

Ganderkesee/Versailles - Im Juli 2012 war Angela Merkel noch Bundeskanzlerin, das Finale der Fußball-EM fand in Kiew statt und das Vereinigte Königreich war noch Teil der Europäischen Union. Und in der Hauptstadt des United Kingdom feierte eine junge Reiterin aus Ganderkesee (Kreis Oldenburg) ein phänomenales Debüt bei den Olympischen Spielen: Die 25-jährige Sandra Auffarth sicherte sich mit Wallach Opgun Louvo die Bronzemedaille in der Vielseitigkeit und trug maßgeblich dazu bei, dass das deutsche Team Gold gewann.

Diese Nordwest-Asse sind bei den Olympischen Spielen dabei: (oben, von links) Esther Henseleit, Sandra Auffarth, Jannis Maus, Elisa Senß sowie (unten, von links) Lukas Mertens, Henrik Janssen, Lea Meyer und Vivien Endemann

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Nun, zwölf Jahre und zahlreiche Erfolge später, geht Auffarth in ihre vierten Sommerspiele. Ganz so nervös wie damals ist die inzwischen 37-Jährige nicht mehr. Die Vorfreude trübt das aber nicht – im Gegenteil. „Olympia ist einfach etwas ganz, ganz Besonderes“, betont Auffarth im Gespräch mit dieser Redaktion: „Gewisse Erfahrungen habe ich natürlich schon und weiß so ein bisschen, was auf mich zukommt. Aber deshalb steigt die Vorfreude eher, weil ich weiß, dass es so etwas Besonderes ist.“

Einfache Anreise

Mit dem „Wolle“ genannten Wallach ritt sie 2014 zum Weltmeistertitel und 2016 bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro zu Mannschafts-Silber. 2021 schaffte es Auffarth mit mit Viamant du Matz ebenfalls ins Olympia-Team, trotz des Einzelsiegs von Julia Krajewski landete die Equipe diesmal nur auf Rang vier.

Nach den zwei aufwendigen Reisen nach Brasilien und Japan freut sich Auffarth, dass die Anreise diesmal wieder weniger kompliziert ist. Auch das Klima sei anders gewesen, gerade in Tokio. „Die Pferde haben das zwar ganz gut weggesteckt, aber auch für uns Reiter war das eine riesengroße Umstellung“, berichtet Auffarth. Das sei jetzt einfacher: „Es ist auch ein Vorteil, mit dem eigenen LKW anreisen zu können.“

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Schon am vergangenen Freitag ging es für Auffarth und das deutsche Vielseitigkeits-Team nach Frankreich, um vor dem Start in den Wettbewerb im Park vom Schloss Versailles an diesem Samstag noch ein kurzes Trainingslager im nordfranzösischen Ort Deauville einzuschieben. Das hat sogar zwei Vorteile: Von dort ist die Anreise nach Versailles nicht mehr lang. Und der in der Normandie geborene Viamant du Matz fühlt sich „in seinem Heimatland“ sehr wohl, wie Auffarth versichert.

Einzigartige Kulisse

Mit Blick auf London 2012 sieht Auffarth sowohl Parallelen als auch große Unterschiede. Nicht nur sind es nun die ersten Sommerspiele in Europa seit damals, auch die Kulisse wird zumindest ähnlich. In London fanden die Reitwettbewerbe im königlichen Greenwich Park statt, jetzt im Park von Versailles, dem früheren französischen Königspalast. „Das war eine einmalige Kulisse in London und etwas Einzigartiges, dass da Pferde durch den Park galoppieren durften. Und auch dieses Jahr wird es wirklich etwas Besonderes“, freut sich Auffarth.

Kein Streichergebnis

Am Samstag (18.30 Uhr) geht es in Versailles mit der Dressur los, am Sonntag folgt der Geländeritt und am Montag findet die finale Entscheidung im Springreiten statt.

Die drei Disziplinen sind noch dieselben wie 2012 – es gibt aber einen „riesengroßen Unterschied“, wie Auffarth betont: Statt wie damals mit fünf Reiterinnen und Reitern darf jede Èquipe nun nur noch drei ins Rennen schicken. Das heißt: Alle Ergebnisse fließen in die Wertung ein. „Man hat kein Streichergebnis mehr. Dadurch ist der Druck auf einzelne Reiter natürlich höher, man darf sich keine Fehler erlauben“, erläutert Auffarth: „Das finde ich für ein Event, das alle vier Jahre stattfindet, unpassend.“ Auffarth fände vier Starter richtig, also „die goldene Mitte“ – so war es 2016 in Rio und 2021 in Tokio, wo es also noch ein Streichergebnis gab. Bis zu den Spielen in London hatte es zwei Streichergebnisse gegeben.

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Dem Druck will das Vielseitigkeitsteam aber standhalten und wie 1988, 2008 und 2012 den Olympiasieg holen. „Unser Ziel ist natürlich ganz klar, Gold mit dem Team zu gewinnen. Wir sind amtierende Weltmeister“, sagt Auffarth: „Dafür muss, wie gesagt, mit drei Reitern wirklich alles klappen. Aber damit müssen natürlich alle klarkommen. Wir sind auf jeden Fall ein gutes Team. Mal schauen, wie weit wir kommen.“

Mathias Freese
Mathias Freese Sportredaktion
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